Know How

Personen-Notsignal-Anlage (PNA)

Definition: Was ist eine Personen-Notsignal-Anlage (PNA)?

Eine Personen-Notsignal-Anlage (PNA) ist ein elektronisches System zur Alarmierung bei Notfällen, das insbesondere bei Alleinarbeit mit erhöhter oder kritischer Gefährdung zum Einsatz kommt – etwa im Außendienst. Sie verfolgt das Ziel, bei Unfällen oder medizinischen Notfällen schnelle Hilfe zu ermöglichen.

‍

Wann werden Personen-Notsignal-Anlagen eingesetzt?

Personen-Notsignal-Anlagen werden dort eingesetzt, wo Personen alleine oder unter erhöhten Gefährdungsbedingungen arbeiten. Wichtig ist jedoch: Nicht jede Form der Alleinarbeit erfordert automatisch eine PNA. Ob ein solches System notwendig und geeignet ist, hängt von den konkreten Risiken ab und wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Typische Einsatzbereiche für den PNA-Einsatz sind beispielsweise die Alleinarbeit im Außendienst, sowie Tätigkeiten in gefährlichen Umgebungen, wie etwa auf Baustellen oder beim Betrieb und der Wartung technischer Anlagen.

‍

Welche Arten von PNA gibt es?

Personen-Notsignal-Anlagen werden grundlegend nach ihrer Bauart und ihrem Einsatzbereich in stationäre und mobile Systeme unterteilt:

‍

PNA für stationäre Anlagen (ortsgebundene Arbeitsplätze)

Stationäre Personen-Notsignal-Anlagen sind fest im Gebäude installiert und sichern ortsfeste Arbeitsbereiche ab.

‍

PNA für mobile Anlagen (ortsungebundene Arbeitsplätze)

Mobile Personen-Notsignal-Anlagen nutzen tragbare Geräte oder Apps. Sie sind flexibel einsetzbar und daher insbesondere für den Außendienst relevant.

‍

‍

Wie funktioniert eine PNA?

Eine Personen-Notsignal-Anlage erfasst Notfälle sowohl automatisch als auch manuell:

  • Sensorik (automatische Alarmauslösung): Je nach eingesetztem Gerät erkennen integrierte Sensoren Gefahrensituationen selbständig. Sie registrieren Bewegungsmangel, der etwa bei einer Ohnmacht entsteht, sowie abrupte Erschütterungen, die auf einen Sturz hinweisen können.
  • Manuelle Alarmfunktion: Die arbeitende Person kann im Notfall jederzeit selbst per Knopfdruck manuell einen Alarm auslösen.

Sobald die Sensorik auslöst oder die manuelle Funktion betätigt wird, sendet das System unverzüglich ein Signal an eine hinterlegte Leitstelle, um die zuvor definierten Hilfsmaßnahmen einzuleiten.

‍

Welche Vorteile bieten Personen-Notsignal-Anlagen?

Personen-Notsignal-Anlagen bieten Unternehmen und Beschäftigten wesentliche Vorteile im Arbeitsschutz:

  • Schnelle Hilfe im Notfall: Durch die manuelle und automatische Notrufauslösung verstreicht im Ernstfall keine wertvolle Zeit, bis Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Erhöhtes Sicherheitsniveau: Potenzielle Notfälle von Personen an Alleinarbeitsplätzen oder in gefährlichen Umgebungen können schneller erkannt werden, was das persönliche Schutzgefühl und die tatsächliche Sicherheit steigert.
  • Unterstützung gesetzlicher Anforderungen: PNA können Arbeitgeber dabei unterstützen, geeignete Schutzmaßnahmen für Alleinarbeit festzulegen und umzusetzen. Die DGUV Regel 112-139 enthält hierfür unter anderem ein Berechnungsschema zur Beurteilung von Alleinarbeitsplätzen. Sie stellt jedoch keine pauschale Garantie für Rechtskonformität dar. Entscheidend für die passgenaue Schutzwirkung bleibt stets die individuelle Gefährdungsbeurteilung im Betrieb. 
  • Integration in digitale Systeme: Digitale PNA können je nach technischer Ausgestaltung an bestehende Betriebs- und Sicherheitssysteme angebunden werden.

‍

Mehr dazu, wie festgelegte Schutzmaßnahmen in der Praxis verlässlich funktionieren: Gefährdungsbeurteilung umsetzen: Wie aus Planung ein wirksamer Sicherheitsprozess wird

‍

‍

Worin unterscheiden sich PNA von alternativen Sicherheitslösungen?

Um die Funktionsweise einer Personen-Notsignal-Anlage besser zu verstehen, hilft die Abgrenzung zu anderen Sicherheits- und Organisationslösungen:

  • Unterschied zu reiner Kommunikation: Normale Kommunikationsmittel wie Smartphone oder Funk dienen in erster Linie dem gewöhnlichen Informationsaustausch. Sie können zwar Teil einer Sicherheitslösung sein, verfügen für sich genommen jedoch üblicherweise nicht über automatische Alarmfunktionen und eine fest definierte Alarm- und Rettungskette.
  • Unterschied zu Zeiterfassungs-Systemen: Zeiterfassung dient ausschließlich der Dokumentation von Arbeits- und Anwesenheitszeiten. Sie bietet keinerlei Schutz- oder Sensorfunktionen im Falle eines Unfalls.
  • Unterschied zu Tracking: Tracking-Lösungen dienen vorrangig der Standortverfolgung. Bei einer PNA steht die Alarmierung im Notfall und die Einleitung festgelegter Hilfsmaßnahmen im Mittelpunkt. Wann Standortdaten erfasst und übermittelt werden, hängt vom eingesetzten System ab.

Fokus einer PNA: Die Kernaufgabe einer PNA ist die schnelle, zuverlässige Notfallalarmierung und Rettung von Personen an gefährdeten Arbeitsplätzen.

‍

Welche Rolle spielen mobile Sicherheitslösungen im Außendienst?

Bei mobilen Einsätzen arbeiten Beschäftigte häufig allein und an wechselnden Standorten. Schutzmaßnahmen müssen deshalb auch außerhalb fester Betriebsstätten zuverlässig funktionieren.

Damit eine PNA im Ernstfall jedoch zuverlässig alarmiert, muss der dahinterliegende Rettungsprozess im Alltag lückenlos funktionieren. 

‍

Die Bewertung von Arbeitssicherheit hat sich hierbei gewandelt: Es reicht nicht mehr aus, Notfallkonzepte nur passiv bereitzuhalten. Eine nachvollziehbare Dokumentation hilft Unternehmen dabei, festgelegte Schutzmaßnahmen zu überprüfen und deren praktische Umsetzung nachvollziehbar zu machen. Da dokumentierte Sicherheit im Außendienst ein wichtiger Bestandteil dieser Umsetzung ist, muss die Alarmierung nahtlos in den Arbeitsablauf integriert sein. Fehlt diese praxistaugliche Anbindung, wird schnell deutlich, warum Sicherheitskonzepte im Außendienst oft scheitern.

Je nach Gefährdungsbeurteilung können mobile Geräte und App-basierte Lösungen solche Alarm- und Rettungsprozesse unterstützen. Entscheidend ist, dass die technische Verfügbarkeit, Alarmübertragung, Empfangsstelle, Standortübermittlung und anschließende Rettungskette zu den Anforderungen des jeweiligen Einsatzes passen.

‍

Die Software Entry unterstützt Unternehmen dabei, mobile Außendiensteinsätze digital zu organisieren und Alarmprozesse in den Arbeitsablauf einzubinden.Dazu gehören unter anderem Check-ins, eine Totmannfunktion  und die Übermittlung relevanter Informationen im Alarmfall. 

Weitere Beiträge